Die ersten Schritte in die Digitalisierung gehen viele mittelständische, aber auch größere Unternehmen nur zögerlich. Gerade bei etablierten und gut laufenden Traditionsunternehmen kann es dann zum Entwicklungsstillstand kommen: “Es läuft doch gerade alles so gut! Warum sollten wir jetzt die Produktion umstellen? Warum müssen wir jetzt mit der Digitalisierung beginnen?” Gerade, wenn alles gut läuft, ist der beste Zeitpunkt, den bestehenden Vorteil gegenüber den Marktbegleitern zu erhalten. Wie Sie damit anfangen, das führen wir hier in fünf Punkten auf.

1. Am Anfang steht die Neugier

Alles läuft prima in Ihrem Unternehmen: Die Maschinen laufen stabil, die Produktion läuft rund, die Mitarbeiter sind eingespielt und zufrieden, und die Zahlen stimmen auch? Großartig, herzlichen Glückwunsch! Jetzt ist der beste Zeitpunkt neugierig auf die digitale Zukunft zu sein. Denn da geht noch was: Durch die Digitalisierung können Potenziale erschlossen werden, die sich bisher nicht mal dargestellt haben. Oft reicht es, an ein paar digitalen Schräubchen zu drehen, um neue Wege zu erschließen und zum Beispiel Daten zu ernten. Denn Daten können sowohl zur Optimierung von Prozessen, als auch zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle eingesetzt werden. Und für diese Datenernte müssen keine Maschinen ausgetauscht werden. Seien Sie neugierig auf die Möglichkeiten durch Retrofitting, dem digitalen Nachrüsten Ihrer vorhandenen Maschinen. Denn in Ihrem Unternehmen steckt mehr Potenzial, als Sie sich vielleicht vorstellen können.

Alte Maschinen

2. Analyse: Potenziale durch Digitalisierung erschließen

Schalter zur Digitalisierung

Ein Unternehmen zu digitalisieren bedeutet nicht, alles was gut läuft über den Haufen zu werfen. Digitalisierung bedeutet, alles was gut läuft durch Digitalisierung neu zu definieren. Und sich dadurch neue Wege zu erschließen, an die bisher vielleicht noch nicht gedacht wurde. Am Anfang steht die Analyse der Prozesse. Und die kann jeder Chef mit seinen Mitarbeitern selbst durchführen: Wo verlieren wir Zeit? Wo sind die Wege zu lang? Aber auch: Welche Daten möchten wir ernten? Wo könnten wir Daten ernten? Was könnten wir damit anfangen? In jedem Unternehmen gibt es Optimierungsbedarf, der analog bisher nicht geleistet werden konnte. Hier können schon durch kleine erste Schritte in die Digitalisierung neue große Lösungen bereit gestellt werden.

3. Zeit nehmen für kreativen Ideenaustausch

Gemeinsam denkt es sich am besten. Nicht immer sind es die IT- und Technik-Experten im Unternehmen, die mit den passenden Ideen um die Ecke kommen. Holen Sie Mitarbeiter ins gemeinsame Brainstorming, die mit kreativem Mitdenken aus anderen Perspektiven auf das Unternehmen gucken. Auch Mitarbeiter von Partnern und Kunden können in einem gemeinsamen Digitalisierungs-ThinkTank wertvolle Impulse geben, die zu ganz neuen Projekten und Kooperationen führen können. Sammeln Sie auch Ansätze, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen, oder die sich nicht ohne Weiteres lösen lassen. Oft entstehen aus ersten groben Entwürfen die besten Ideen für die ersten Schritte in die Digitalisierung.

Brainstorming zur Digitalisierung

4. Holen Sie IIoT- und Retrofitting-Profis an Bord!

Profis für die Digitalisierung

Erste Ideen und Überlegungen sind zusammen getragen, und jetzt wissen Sie nicht, was wie sinnvoll umgesetzt werden kann? Das ist der richtige Zeitpunkt um erfahrene Digitalisierer ins Boot zu holen, die sich sowohl mit der dafür nötigen Software, als auch der Anpassung und Gestaltung von Hardware auskennen. In gemeinsamen Workshops können Bedarf und Machbarkeit analysiert werden. Und mithilfe von Design Thinking und Rapid Prototyping können schnell erste Entwürfe für mögliche Lösungen präsentiert werden. Auf dieser Grundlage können mit gutem Gefühl weitreichende und zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden, die die Weichen in eine schonende und nachhaltige Digitalisierung stellen.

5. Priorisieren – und einfach anfangen

Es kann, muss aber nicht gleich mit Machine Learning, Big Data und künstlicher Intelligenz losgehen. Werfen Sie am Anfang einfach erst mal das Papier weg. Immer noch kosten vielen Unternehmen langwierige und fehleranfällige Papier-Prozesse viel Zeit und Aufwand – und stetig wachsenden analogen Speicherplatz in Form von Ordnern und Regalen. Das papierlose Büro spart nicht nur Platz und viele Arbeitsschritte: Es kann die beste Grundlage für einen langfristig nachhaltigen Digitalisierungsprozess bilden. Gewonnene Daten aus der Produktion können hier effizient zum Einsatz kommen. Statistiken und Analysen bilden schnell die sinnvollsten nächsten Schritte im Digitalisierungsprozess Ihres Unternehmens ab. Ein weiterer Ansatz kann Ihnen der Fokus auf predictive Maintenance liefern: Wenn Ihre Anlagen präzise vorhersagen können, wann sie gewartet werden müssen, gewinnen Sie eine hohe Planungssicherheit für Ihr Unternehmen und Ihre Partner.

Fazit: Digitalisierung bedeutet nicht, das ganze Unternehmen auf den Kopf zu stellen

Die Digitalisierung muss kein harter Cut sein, der ein Unternehmen komplett auf den Kopf stellt. Mit gut dosierten und langfristig gedachten ersten Schritten zeichnet sich ganz natürlich ab, welche Wege in die digitale Zukunft die sichersten und effizientesten für Ihr Unternehmen sind. Wenn gerade alles gut läuft, kann der Weg in die Digitalisierung entspannt und konzentriert angegangen werden.

Manchmal muss es aber auch einfach etwas schneller gehen. Wenn ein Zulieferer weg bricht und ein gewohntes Geschäftsmodell damit ebenfalls, dann gilt es, schnell kreativ zu werden und eine Digitalisierungs-Task-Force zur Hilfe zu rufen. Davon erzählen wir in unserem nächsten Artikel.

Ihre nächsten Schritte sind Ihnen nun klarer und Sie wünschen sich Beratung, kreativen und fachlichen Input für Ihre ersten Schritte in die Digitalisierung? Holen Sie sich unser Team für Strategic Consulting mit ins Boot. In Einzelgesprächen und verschiedenen, für Sie passenden Workshops begleiten wir Sie und Ihr Team für die Entwicklung einer individuellen Strategie.

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